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AUSSENSEITER – VERHASST UND GELIEBT

Gleißend hell wird eine heiße Fontaine hochgeschleudert, beschreibt einen majestätischen Bogen und stürzt auf die Oberfläche zurück.

Fasziniert schaue ich mir die hochauflösenden Videos der NASA von Sonneneruptionen an und für mein Auge ist alles klar: Da wird eine hellglühende Flüssigkeit hochgeschleudert und fällt auf die ebenfalls flüssige Oberfläche zurück, auf der sogar Ringwellen entstehen, wie bei einem Stein, der ins Wasser fällt. Fragt sich nur, ob ich meinen Augen da trauen darf.

Alles falsch?

Das Standardmodell der Sonne basiert nämlich auf der Annahme, dass die Sonnen komplett aus Gas besteht. Nur: es sieht einfach nicht nach Gas aus. Wenn da nur Gas wäre, gäbe es keine Spritzer, keine sichtbaren Aufprallstellen, keine Ringwellen.

Am Beispiel des Kometen Shoemaker Levy 9, der in Bruchstücken auf den Jupiter stürzte, können Sie sehen, wie es aussieht, wenn etwas eine Gasoberfläche durchbricht. Da gibt es keine hochspritzenden Massen und keine Ringwellen.

Solche und andere Diskrepanzen zwischen dem Beobachtbaren und dem Standardmodell übertünchen die Forscher mit komplizierten Erklärungen. Für das Ringwellenmuster haben sie beispielsweise eine Erklärung über Beugung der Schallwellen gefunden, die bei näherer Betrachtung jedoch an den Haaren herbei gezogen wirkt.

Außenseiter und Ketzer

Wenn Sie jedoch der Annahme folgen, dass die Sonnen flüssig ist, stellt sich die Frage, um welche Art von Flüssigkeit es sich handeln mag. Der Radiologe und renommierte Wissenschaftler Pierre-Marie Robitaille schlägt vor, es könnte sich um eine Form flüssigen, metallischen Wasserstoffs handeln. Er hat gute Argumente auf seiner Seite.

Die Astronomen und etablierten Sonnenforscher wollen davon jedoch nichts wissen. Sie diffamieren ihn als Nichtfachmann, sogar als Spinner. Als könnte nicht auch ein Radiologe oder jeder andere Interessierte sich in die Materie einarbeiten und zu relevanten Schlüssen kommen.

Ähnliche Beispiele gibt es einige in der Geschichte der modernen Wissenschaft. Als Alfred Wegener sein Modell der Kontinentaldrift vortrug, wurde er auch als fachfremder Spinner abgetan. Er war eben kein Geologe, sondern „nur“ ein anerkannter Polarforscher. Sechzig Jahre später mussten dann auch die Geologen zugeben, dass sein Modell die Beobachtungen am besten beschreibt.

Nicht lernwillig?

Was ist also dran, an den Außenseitern und ihren oft recht unbequemen Ideen? Warum haben gerade die Fachfremden manchmal die besseren Chancen auf Erkenntnis? Vielleicht, weil sie mit unvoreingenommenem Blick auf die Sache schauen. Sie folgen nicht notwendigerweise dem Standardmodell, mit dem den sogenannten Experten der freie Blick auf die Welt verstellt ist.

Dadurch können Außenseiter bisweilen die richtigen Puzzlestücke zusammenfügen, die vorher noch keiner in Verbindung gebracht hat. Im Fall Robitaille ist es die Beobachtung das die Sonnenoberfläche gut zu einer flüssigen Form von metallischem Wasserstoff passt – die übrigens 1935 von einem Nobelpreisträgere entdeckt wurde.

Da stellt sich die Frage, warum es in der Wissenschaft als verpönt gilt, ein Standardmodell zu hinterfragen, das viele Fragen offen lässt und Ungereimtheiten enthält – vor allem, wenn doch ein neuer Erklärungsansatz da ist. Ein Kollege, den ich auf das Thema ansprach, erklärte, er habe sich mit metallischem Wasserstoff nicht beschäftigt und sei auch nicht interessiert. Solcherlei Ignoranz ist schon erstaunlich – vor allem wenn sie als Gegenargument verwendet wird! Wahrscheinlich werden die Sonnenphysiker ihr Modell einmal als ganzes entsorgen müssen.

Genau dieses Schicksal ereilte die Geologen vor gut sechzig Jahren, als sie endgültig einsehen mussten, dass Alfred Wegener recht hatte. Heute wird er als Star der Geologie gefeiert. Es drängt sich mir die Frage auf: Wann werden die Astronomen bereit sein, vom Außenseiter zu lernen?

5 Gedanken zu „AUSSENSEITER – VERHASST UND GELIEBT“

  1. Ich dachte die Sonne gilt, wie andere Steren auch, als Plasmakugel? Gas klingt unplausibel, weil die Sonne nicht danach aussieht, im Gegensatz zu z. B. dem Saturn (außer den Ringen). Plasma ist ja ein eigener Aggregatzustand (Analogie Feuer). Desweiteren fest (Analogie Erde), flüssig, (Analogie Wasser), gasförmig (Analogie Luft).

    1. Gas geht bei höherer Temperatur in en Plasma über, wenn es ionisiert wird. Bei 6000 Grad (Oberfläche) ist der Ionisationsgrad noch relativ gering. Robitaille vermutet jedoch einen anderen Aggregatszustand.

  2. Bei Herrn Robitaille bin ich doch eher sehr skeptisch, nachdem ich mich ein wenig in seine papers auf vixra.org eingelesen habe.

    Mainstream-Wissenschaft und Außenseiter haben zumindest eins gemeinsam: Sie können sich in irrige Ideen verrennen!

    Ob die Sonne an ihrer Oberfläche gasförmig oder flüssigmetallisch ist, erscheint dabei eher eine nachgeordnete Frage zu sein.

    Im Kern geht es Robitaille um die theoretische Behandlung der Schwarzkörperstrahlung durch zunächst Kirchhoff und anschließend Planck, die er für unrichtig hält. In Konsequenz erklärt er alles für falsch, was irgendwie auf Anwendung dieser Gesetze beruht, von der gasförmigen Sonne über den kosmischen Mikrowellenhintergrund bis zur Rolle des Kohlendioxids und Wasserdampfs beim Klimawandel. (Leugnern des anthropogenen Klimawandels gilt er anscheinend als eine Art wissenschaftlicher Kronzeuge).

    Das gipfelt darin, dass er den Planckschen und Boltzmannschen Konstanten ihren Charakter als fundamentalen Naturkonstanten abspricht: „The constants h and k do not have fundamental meaning. Along with “Planck length”, “Planck time”,
    “Planck mass”, and “Planck temperature”, they are to be rel-
    egated to the role of ordinary and arbitrary constants.“

    Was würden die von Ihnen so oft bemühten Einstein, Schrödinger, Dirac und Feynman wohl davon halten, Herr Unzicker?

    1. Die von Ihnen zitierten Äußerungen über Naturkonstanten finde ich auch missverständlich. Das ändert aber nichts daran, dass seine Kritik an dem Kirchhoffschen Gesetz äußerst fundiert ist.
      Ohne in der Klimawandeldebatte irgendeine Position ergreifen zu wollen, muss man doch festhalten, dass bei aller Evidenz für den anthropogenen Einfluss die Modellierung des Klimas eine höchst komplexe Sache ist, bei der sicher nicht alle Faktoren perfekt verstanden sind. Dazun gehört möglicherweise auch die Rolle des Wasserdampfs. Die Vernachlässigng des Wasserdampfes auf anderem Gebiet, nämlich der CMB-Messung, spricht Robitaille völlig zu Recht an.

  3. Bei aller erkennbarer Dynamik auf der beobachtbaren Sonnenoberfläche: ist es überhaupt vorstellbar, dass ein „Gasball“ so konsistent seine Form wahrt ? Was sollte diese Form beständig erhalten ?
    Ist es vorstellbar, dass ein „Plasmaball“ seine Form so ideal bewahrt ?
    Ist es vorstellbar, dass ein „Flüssigkeitsball“ seine Form so wahrt ?
    Das alles bei einer gewissen Geschwindigkeit „durch den Raum“ und bei Drehung um die eigene Achse ?
    Wie verhalten sich Flüssigkeiten bei Drehung um die „eigene“ Achse ?

    Wenn wir annähmen, dass es sich bei der Sonne um einen festen Körper handelt – entgegen allen Annahmen der modernen Physik – dann wäre zumindest die Formerhaltungsfrage leichter zu beantworten.

    Dann entstehen natürlich solche Fragen (, die wir uns außerdem sowieso stellen müssten) :
    Was sehen wir eigentlich, wenn wir ins kosmische Umfeld schauen ?
    Dürfen wir davon ausgehen, dass unser Sinneswahrnehmungsvermögen, dass im Alltag und irdisch ganz gut funktioniert, den Kosmos automatisch auch relativ korrekt wahrnimmt ?
    Was wäre, wenn wir ständig „die Brille“ auf haben (der an die Erdenverhältnisse gebundenen Sinneswahrnehmung), auch wenn wir noch so ausgefeilte Instrumente zur Beobachtung benutzen ? (Von der möglichen Fehlinterpretation der Daten ganz zu schweigen.)

    Als Physik-Laie darf ich mal so provokant fragen. Mein Renomme hält sich in Grenzen. Ich muss nicht von dem Erhalt „totgerittener Theorien“ leben. Ich muss sie auch nicht „verbessern“.

    Eine sehr interessante „Aussenseiter-Theorie“ zum Thema, der ich meine obigen Fragen verdanke, denn von allein wäre ich da auch nicht drauf gekommen bei aller Skepsis, die ich den Naturwissenschaften in ihrer Hybris (!) entgegenbringe, findet sich im „Baustoff der Welt“ von Helmut Friedrich Krause. Natürlich ist das ein völlig anderer Ansatz; wir müssen aber alle „Register ziehen“, wenn es zu (allgemeinen) Erkenntnisdurchbrüchen kommen soll – also auch scheinbar „abgefahrene“ Theorien zur Kenntnis nehmen und sorgfältig prüfen. Krause hat wenigstens einen (kosmologischen, metaphysischen UND physikalischen) Gesamtzusammenhang aufgezeigt – davon ist bei Einstein und Co. weit und breit nichts zu sehen, was natürlich nicht als Argument gegen deren Theorien gelten soll und darf.

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