Expansion, Kosmos, Theorie, Daten, Galaxien

WENN DIE EXPANSION DES WELTALLS EIN GRANDIOSER IRRTUM WÄRE

Die Expansion des Kosmos ist heute eine allgemein anerkannte Theorie. Sie basiert auf der gemessenen Rotverschiebung des Lichts entfernter Galaxien – seit Edwin Hubble eine unbestrittene Tatsache. Offenbar scheinen die Himmelskörper mit hoher Geschwindigkeit von uns wegzufliegen, was die zu uns zurückgeworfenen Lichtwellen dehnt und somit „röter“ macht. Alle sind sich einig: Der Kosmos dehnt sich aus. Der Fachbegriff dazu: Expansion.

Nun, wenn das so ist, müssten wir die sich daraus ergebenden Effekte ja auch nachmessen können. Und genau das wird heute getan. Allerdings bergen die gemessenen Daten Überraschungen …

Nachgemessen

Die technologische Entwicklung ist für die Kosmologie ein Segen. Die Daten der modernen Teleskope verknüpft mit großen Datenbanken und dem Zugriff übers Internet ergeben zum Beispiel solch fantastische Dinge wie den Galaxienkatalog SDSS, den Sloan Digital Sky Survey, der jedem offen zugänglich ist. Diese Daten sind nichts anderes als eine Landkarte des Universums. Jedenfalls von etwa einem Viertel des Himmels.

In diese Landkarte werden derzeit die Positionen und Helligkeiten von mehr als 100 Millionen Himmelskörpern eingetragen. Außerdem sollen mit seiner Hilfe die Entfernungen und Eigenschaften von etwa einer Million Galaxien und Quasaren bestimmt werden. Seit 1998 werden die Daten nach und nach gesammelt und integriert. Das Gesamtbild wird immer genauer und vollständiger. Es zeigt sich immer präziser die faszinierende schaumartige Struktur des Universums mit seinen Galaxienhaufen und den großen dazwischen liegenden „Hohlräumen“ mit relativ geringer Galaxiendichte.

Aber leider stößt das anerkannte Modell des Universums, das auf der Allgemeinen Relativitätstheorie Einsteins basiert, auf große Widersprüche!

Knoten im Kopf

Denn wenn Sie die Allgemeine Relativitätstheorie auf den Kosmos anwenden, führt das zu einem wahren Wirrwarr von merkwürdigen Postulaten. Unter anderem prognostiziert die Theorie die Größe der Galaxien am Himmel. Ab einer bestimmten Entfernung soll die scheinbare Größe der Galaxien der Theorie entsprechend nicht weiter ab- sondern zunehmen. So in etwa wie beim Scheinriesen in Michael Endes Erzählung von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer: Je weiter er wegläuft, desto größer erscheint er.

Das klingt nicht nur merkwürdig, es lässt sich auch durch die Daten des SDSS in keinster Weise bestätigen. Und das liegt nicht nur im Bereich von Messfehlern: Die Theorie sagt bis zu sechsmal größere Galaxienausdehnungen voraus als die in der Realität gemessenen.

Sie und ich würden nun sagen: An der Theorie kann etwas nicht stimmen. Da die Berechnungen auf Basis der Theorie korrekt sind, muss es an irgendwelchen falsch gewählten Voraussetzungen liegen. Wir müssen dringend zurückgehen und überlegen, wo wir falsch abgebogen sind.

Nicht so aber die theoretischen Physiker! Sie beharren steif und fest auf den grundlegenden Annahmen ihrer Theorie und fügen einfach willkürliche Zusatzannahmen und Parameter hinzu: Sie postulieren beispielsweise, die Galaxien würden sich eben in Helligkeit und Größe mit der Zeit entwickeln – und zwar genau so, dass es gerade wieder zu den Daten passt.

Doch dadurch werden die theoretischen Modelle immer komplizierter. Sie werden sozusagen um die beobachtete Wirklichkeit drumherum gebaut. Die Natur wird so nicht verstanden, sondern mathematisch nachgeäfft.

Ich bin sicher, Einstein hätte das nicht mitgemacht. Er hätte lieber seine Theorie grundsätzlich in Frage gestellt, als sie bis zur Unkenntlichkeit zu verkomplizieren. Denn die wahren Durchbrüche in der Wissenschaft waren immer mit einer Zunahme an logischer Eleganz verbunden, niemals mit einer opportunistischen Verknotung.

Und die Lösung der Expansion?

Erstaunlicherweise passen die beobachteten Daten des fernen Kosmos am besten zu einer ganz einfachen Interpretation: Es gibt keine nennenswerte Evolution von Galaxiengrößen. Es gibt auch keine Beschleunigung. Und auch keine Expansion! Die Daten passen am besten zu einem Universum, in dem die Materie statisch ist. Die sichtbare Ausdehnung der Galaxien am Himmel nimmt dann einfach ganz schlicht mit ihrer Entfernung ab, so wie man das ganz intuitiv auch erwarten würde.

Die Frage ist nur, was wir dann mit der beobachteten Rotverschiebung machen, die bislang immer als eine Art Doppler-Effekt interpretiert wurde, was ja auf die Expansion des Universums hingedeutet hat.

Da ist ja der eigentliche Widerspruch: Die gemessenen Galaxiengrößen deuten auf ein statisches Universum hin, die Rotverschiebung auf ein sich ausdehnendes Universum. Eins von beidem ist falsch, solange die Gesetze der Logik noch gelten. Bislang wurde die Interpretation der Rotverschiebung, also die Expansion des Universums, vorausgesetzt. Was wäre, wenn diese Annahme falsch wäre? Was wäre, wenn die gemessenen Daten ganz einfach interpretiert ein Beleg für ein statisches Universum wären? Dann müssten wir eine andere Deutung für die Rotverschiebung finden, um den Widerspruch auszuräumen.

Und diese andere Deutung gibt es! Einstein selbst hatte 1911 eine Version der Allgemeinen Relativitätstheorie entwickelt, die genau dazu führt. Unabhängig von ihm hatte der US-amerikanische Physiker Robert Dicke die gleiche Idee. In meinem Buch „Einsteins verlorener Schlüssel“ erkläre ich den heute leider vergessenen Ansatz genauer.

11 Gedanken zu „WENN DIE EXPANSION DES WELTALLS EIN GRANDIOSER IRRTUM WÄRE“

  1. Wenn die Messdaten ein statisches All ergeben und die Rotverschiebung als Expansion interpretiert dem widersprechen, müsste die Expanionstheorie (Urknall), aufgegeben werden antstatt mit Zusatzannahmen die unhaltbare Theorie zu retten.
    Dass würde wohl auch das Aus für Schwarze Löcher bedeuten die auf den gleichen Gleichungen basieren. Diese Erscheinungen wären dann etwas anderes, eventuell elektromagnetische, kosmische Plasmoide, die im Kleinen in irdischen Labors auftreten, im Gegensatz zu Mikro-Schwarzen Löchern.
    Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass es keinen „Knall“ gab und auf einmal alles da war, ähnlich wie im Schöpfungsmythos. Massenmedien vermitteln aber genau das, was es deshalb nicht automatisch zur Wahrheit macht.

    1. Die Expansion ist nicht materiell, sondern nur Licht breitet sich aus. Insofern wäre der Urknall zu modifizieren. Dies hat zwar nicht direkt mit schwarzen Löchern zu tun, die jedoch auch ein fragwürdiges Konzept sind. Sicher gibt es zunächst aber einmal wenige Menschen, die das mitdenken.

  2. Hallo Alexander Unzicker,
    mein (kurz und knappes) Argument DAFÜR, daß Rotverschiebung als Doppler-Effekt zu deuten ist, steht hier:
    http://ow.ly/lKpY305jpdk#rotverschiebung
    Allerdings muß ich zugeben, daß ich „Einsteins verlorener Schlüssel“ nicht gelesen habe.
    Die Grundeigenschaft von Physikern (in der Präambel meines Artikels nenne ich sie: Erkenntnisresistenz) muss ich also in diesem Sinne auch mir selbst vorwerfen.

    In jedem Fall sage ich Danke für Ihre nach wie vor ungewöhnliche Offenheit für alternatives Denken. Weiter so.
    Stephen Winter

  3. Die Planckschen Konstanten sollten auch einmal in verschiedenen Höhen überprüft werden.
    Mit freundlichem Gruß
    Uwe Kraft

  4. Hallo Dr. Unzicker,
    bei den heutigen, offensichtlich ungenügenden kosmologischen Kenntnissen würde ich neben der Gravitationsrotverschiebung zwingend weitere Aspekte in die Ergründung der Ursachen der Rotverschiebung einbeziehen.
    Dr. Unzicker, haben Sie vielleicht mal überschlagen, um welche Größenordnung an Lichtjahren es sich handelt, bei der die Frequenz des Lichtes im Rahmen der Rotverschiebung um 1 % abnimmt. Was kann mit dem Licht unterwegs da alles passieren?
    Bezüglich der ungenügenden kosmologischen Kenntnisse möchte ich beispielsweise auf nachfolgenden Bericht verweisen.
    http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/zweifel-an-dunkler-Energie20161023/
    In der Summe aller Betrachtungen stellt sich mir nicht die Frage nach einem statischen oder dynamischen Universum. Bei allen Bewegungen, die wir mit unseren immer perfekter werdenden Geräten erfassen können, kann man wohl kaum von einem statischen Universum sprechen. Die Frage müsste also eher lauten, worin die Dynamik des Universums besteht, wenn wir einen Urknall ausschließen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Blechle

    1. Diese Frage finde ich sehr fruchtbar – worin besteht die Dynamik des Universums ?

      Man könnte darauf antworten: in der grundsätzlichen Lebendigkeit des Kosmos, diese Lebendigkeit bringt (relativistische) Dynamiken hervor, hält sie am Leben und bringt sie auch zu Enden, die neue Anfänge ermöglichen etc. (z.B. das Enstehen, Leben und Vergehen von Galaxien)
      „Lebendigkeit“ ist hier natürlich eine metaphysische Setzung (oder Wahrheit, wenn es denn wahr wäre, das „alles lebendig ist“ in der den Sinnen verborgenen Tiefe der Schöpfung). Das kann man dann für „unphysikalisch“ halten, oder nicht – mein eigenes Nachdenken und Inspiriertwerden durch Leute wie Giordano Bruno oder Helmut Friedrich Krause hat mich dazu gebracht, „Lebendigkeit“ für (meta)physikalisch wahr zu halten und insofern auch für entscheidend relevant für die Grundlegung einer konsistenten Naturwissenschaft, respektive (Astro)Physik.

      Die Fiktion des Urknalls ist für die Beschreibung und Erklärung der Dynamik im Universum nicht notwendig. Wie auch Alexander Unzicker auf verschiedene Weise zeigt, bringt diese Gedankenfigur eher mehr Schwierigkeiten hervor als echte Lösung bei der Beantwortung der Frage nach dem Entstehen des Universums.

      In meiner Sicht braucht das Universum nicht einmal zu entstehen.
      Es ist seiner Natur nach ewig und unendlich (und wird ewig und unendlich aufrechterhalten). Wir -als Menschen- sind selbverständlich kein Zufall. Unsere -mühsamen- Erkenntnisprozesse sind kein Zufall. Ein echter Durchbruch in der Physik zu einer neuen Qualität der Grundlagenforschung und -erkenntnis wäre (und ist) kein Zufall und hängt auch nicht von irgendeinem Zufall ab.

      Dieser Durchbruch hängt entscheidend davon ab, wie wir uns selbst und das Universum betrachten. Die bisherige (letzlich materialistische) Mainstreambetrachtung hat uns jedenfalls in vieler Hinsicht im Kreis herumgeführt, wenn auch Details /Teilbereiche längerfristig Bestand haben mögen, wenn auch so einige in Vergessenheit geratene Theorieansätze keinen Eingang gefunden haben in die allgemeine Diskussion.

      Die Frage nach der Dynamik des Universums könnte dabei helfen, unsere Sicht grundsätzlich zu „korrigieren“. Um nichts weniger geht es.
      In diesem Sinne Grüsse an das Forum aus dem Berchtesgadener Land.

  5. Ich möchte meinen Beitrag noch ergänzen.
    Mir bleibt verborgen, warum man sich bezüglich der prognostizierten gravitativen Lichtablenkung immer noch auf eine Beobachtung aus dem Jahr 1919 stützt. Irgendwo habe ich da auch mal gelesen, dass das propagierte Ergebnis widerrufen wurde. Ich selbst kann das nicht nachvollziehen.

    Von mehr als einer Milliarde der Milchstraßen-Sterne soll das europäische Weltraumteleskop Gaia mit einer zuvor nie erreichten Genauigkeit die Position vermessen haben. Von einem Teil dieser Sterne weiß man nach der ersten Auswertung auch schon, mit welcher Geschwindigkeit und in welche Richtung sie sich im Sternengewusel der Milchstraße bewegen.

    Wenn die gravitative Lichtablenkung tatsächlich existieren würde, dann müssten sich beispielsweise deswegen auch die von uns aus sichtbaren Positionen weiter entfernter Sterne durch die Lichtablenkung näherer Sterne wegen unserer und deren Bewegung ständig ändern. Davon wurde bisher aber nichts dergleichen bekannt gegeben. Und die Genauigkeit, mit der Gaia arbeiten soll, dürfte ein Übersehen des prognostizierten Effekts der gravitativen Lichtablenkung mit Sicherheit ausschließen.
    Ist das so – ja oder nein – und was schlussfolgern wir daraus?

    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Blechle

  6. Kindheitserinnerung:
    Schmeiss einen Stock in einen Fluss; je weiter er wegtreibt, um so schneller scheint er sich zu entfernen.
    So long

  7. Hallo Herr Unzicker, heute 12.12.2017 habe ich Ihre Argumentation zu Ihrem Buch „Vom Urknall zum Durchknall“ im Tagesgespräch von ARD Alpha gehört und folgende Widersprüche festgestellt:
    1: den Urknall habe ich nie so vestanden wie Sie sich mündlich in Ihrem Anruf äußerten, dass sowohl beim Urknall sowohl Energie als auch Materie gemeinsam aus dem Nichts entstanden sein soll- wer behauptet sowas??, sondern es wird im algemeinen so verstanden, dass Materie aus Energie und zwar ziemlich spontan entstanden ist.
    Umgekehrt kann Materie in Energie umgewandelt werden wie möglicherweise in einem Schwarzen Loch. Die Herstellung von Materie aus Energie in Form von Elementarteilchen ist bereits experimentell in einem Beschleuniger auf der Erde gelungen, soweit ich mich erinnere.
    Materie und Energie gemeinsam sind ewig und haben keinen Ursprung und keine Ursache, etwa weil der Mensch immer Ursachen braucht.
    2: Sie sagten, Sie seien Christ- ok. Aber glaubt nicht ein Christ an Gott? Oder gibt es auch Christen, die nicht an Gott und die Schöpfung glauben. Also sind Sie es doch , der glaubt, dass sowohl Energie als auch Materie gemeinsam spontan aus dem NICHTS geschaffen werden kann, dem sie ja eigentlich widerprachen.

    Also ich bin kein Christ, auch kein Atheist, sondern Realist, der Verständnis hat für den Glauben, und seine Rolle. Es ist häufig schriftlich fixierte Immagination, eine kulturelle Funktion des menschlichen Geistes!
    Ich habe mal als Wissenschaftler gearbeitet und hinterfrage ja auch meine zeitlichen Einsichten.
    Vielleicht hat jede Welt ihren eigenen Urknall?? Und wir sind da in unserer eigenen Kiste gefangen????

    Sie trennen Materie und Energie – ich zum Beispiel nicht so.
    In der Philosophie wird mitunter Materie und Energie gemeinsam als Materie – als objektiv real und außerhalb des menschliche Bewußtseins exsistierend- verstanden im Gegensatz zur Immagination- zum rein Subjektiven.
    Man muß schon seine Gedanken etwas sauberer sortieren, denke ich.
    Aber ziemlich clever Sind Sie schon beim Erzielen von Aufmerksamkeit und für das Interesse zum Thema.
    Von Ihrem Buchhinweis war ich erst mal überrascht. Und das ist ja auch schon etwas!!
    Wünsche viel Erfolg bei Ihren Schülern, die wohl den Mainstream stets hinterfragen sollten!!
    Dr. Dietrich Sutter (74)
    ehem. Mineraloge und Kristallograph

  8. Hallo Herr Unzicker,
    Mittels der Rotverschiebung und des Rotverschiebungsfaktors lässt sich (mittelbar) die Entfernung zwischen dem Beobachter und den kosmischen Objekten berechnen; es lässt sich zudem feststellen, dass diese Entfernung stets zunimmt (Hubble) und dass sie je schneller zunimmt, je weiter sich die anvisierten Objekte vom Beobachter befinden (Hubble / Perlmutter et al.).
    Die Entscheidung, ob sich die Objekte im Universum vom ruhenden Beobachter entfernen (Expansionsmodell), ob sich der Beobachter von ruhenden Objekten entfernt (Kontraktionsmodell), oder gleichermaßen (in welchem Verhältnis auch immer) Objekte und Beobachter voneinander entfernen, ist, wegen des Fehlens eines ruhenden Bezugssystems (Äther), prinzipiell unmöglich.
    Die Feststellung der Rotverschiebung im Lichtspektrum entlegener Objekte ist nicht gleichbedeutend mit der Feststellung der Expansion des Universums.
    In Wirklichkeit stellen wir damit höchstens fest, dass die Entfernung zwischen dem Ort der Beobachtung und dem Ort, an dem sich das beobachtete Objekt befindet, zunimmt.

    https://perspektivenlogik.wordpress.com/2016/03/16/theorie-der-zeit-xii-dynamische-dichotomie-des-universum-als-grundlage-neuer-kosmologie/

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