KANN DUNKLE MATERIE MIT GRAVITATIONSWELLEN AUFGESPÜRT WERDEN?

(Bild: Max-Planck-Institut für Kernphysik)

Ein Artikel des Standard hat offenbar soviel Interesse geweckt, dass mich ein sehr beschäftigter Herr unter meinen Lesern darauf aufmerksam machte – Grund, sich das näher anzusehen!

Im Artikel wird die These vertreten, ein exotischer Materiezustand einer leichten, noch unbekannten Teilchensorte, die sich zum Beispiel in einer Galaxie tummelt, könnte dazu führen, dass durchgehende Gravitationswellen verlangsamt werden. Durch diese Zeitverzögerung könne man möglicherweise Dunkle Materie mit zukünftigen Gravitationswellen-Teleskopen nachweisen. Klingt nach einer spannenden Perspektive.

Denkt man allerdings an die Beobachtungspraxis, stellt sich sofort die Frage, wie denn die Laufzeitverzögerung den gemessen werden soll – man hat ja keine unabhängige Information über die Entferung der Quelle! Eine zu Gravitationslinsen analoge Messung, bei der entfernte Galaxien Hintergrundlicht fokussieren, scheitert schon daran, dass bisher registrierbare Gravitationswellen von singulären Ereignissen stammen, ganz abgesehen von der nicht existenten Winkelauflösung der derzeitigen Detektoren… es steckt als schon eine Menge Optimismus in dieser “Nachricht”, subtil erkennbar an dem Eingeständnis, die Wissenschaftler seien überzeugt, mit dieser Methode nach Dunkler Materie “fahnden” zu können. Wir wollen sie – 85 Jahre nach ihrer postulierten Existenz – endlich zu fassen bekommen!

Viel schlimmer, und bezeichnend für den heutigen Wissenschaftsbetrieb, sind jedoch die unbegründeten Annahmen und methodischen Zirkelschlüsse, welche die sensationsheischende Meldung transportiert. Bei genauerem Hinsehen sagt sie nämlich nichts quantitatives vorher, sondern lediglich einen von vielen beliebig konstruierbaren Mechanismen, mit denen man Beobachtungen als Dunkle Materie interpretieren kann. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch die Gravitationswellen zu dieser theoretischen Trittbrettfahrt genutzt würden. Wie so oft in der Physik werden hypothetische Effekte postuliert, mit denen man Widersprüche zu den bekannten Gesetzen entschuldigen kann, anstatt diese Gesetze grundlegend zu reflektieren. Wer zum Beispiel Thomas Kunhn’s Buch Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen” gelesen hat, weiß auf welche schiefe Bahn der Komplizierung die Physik auf diese Weise immer wieder gerät. 

An diesem Beispiel zeigt sich leider wieder einmal, dass in Ihrem Fach hochqualifizierte Experten sich zwar im Labyrinth ihres Spezialgebietes zurechtfinden, aber in der freien Wildbahn fundamentaler Physik, wo es auf methodisch-historische Kenntnisse und gesunden Menschenverstand ankäme, eher unbeholfen agieren.

Eine weiterhin nachdenkliche :-) Adventszeit mit entspechender Erleuchtung ohne Dunkle Substanzen wünscht Ihnen allen

Alexander Unzicker

11 Gedanken zu „KANN DUNKLE MATERIE MIT GRAVITATIONSWELLEN AUFGESPÜRT WERDEN?“

  1. Alles nachvollziehbar! Danke für die grundsätzliche Durchdringung dieses Themas! Weiterhin einen gesegneten Advent!
    Dr. Reiner Haseloff

  2. Sehr geehrter Herr Dr. Unzicker,
    Sie schrieben wieder einmal sehr treffend :
    „Viel schlimmer und bezeichnend für den heutigen Wissenschaftsbetrieb sind jedoch die unbegründeten Annahmen und methodischen Zirkelschlüsse, welche die sensationsheischende Meldung transportiert.“
    Ich möchte Ihre Aussage noch ergänzen.
    Dem CERN ist bekannt :
    Watt / hf im Halbwellendipol = Frequenz im Halbwellendipol.
    Kein Physiker kann diese Formel widerlegen.
    Mit dieser Formel ist E = h f nicht = mc².
    Trotz dem wird beim LHC des CERN mit noch höherer Energie weiter nach “ Dunkler Materie und Dunkler Energie“ gesucht, nachdem angeblich “ Gravitationswellen“ von einer ehemaligen Supernova in den USA „detektiert“ wurden.
    Das Licht dieser Supernova wird also von den „Experten“ mit einem „neuartigem Detektor“ nach der Formel E = c² „gewogen“, obwohl diese Formel nachweislich mit der Gleichung :
    Watt / hf im Halbwellendipol = Frequenz im Halbwellendipol
    vom Tisch ist.
    Denn : Resonanzfrequenz * hf im Halbwellendipol = Watt im Halbwellendipol.

    “ Die Physik ist mittlerweile so kompliziert geworden, dass sie dem Laien nicht mehr vermittelt werden kann und daher die Kluft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft immer größer wird.“

    Dieser Satz des Münchener Professors Dr. Harald Lesch in seinem Buch “ Die Entdeckung des Higgs-Bosons “ wird so ganz eindeutig widerlegt. Zeit, Masse und Raum sind nicht relativ.
    Das bedingt allerdings, dass Zeit der Masse und nicht dem Raum
    zugeordnet wird.
    Zeit in der Masse des Halbwellendipols = h / h f.
    Beim Flug durch den Kosmos wird aus Uran 238 Blei.
    Dabei wird U/f abgestrahlt.

    Frohe Weihnachten
    Jürgen Gerwing

    1. Hallo Herr Gerwing,

      ja Lesch müsste ein wenig länger nachdenken, wozu so etwas führt… sollen wir also einfach glauben? [Randbemerkung: in der internationalen Politik sollen wir ja auch einiges glauben, wofür leider nur nichtöffentliche Beweise vorliegen..]
      Physik ist auf dem Weg zur Religion!

  3. Hallo Herr Unzicker,
    Ich hätte zu dem Endlos-Thema „Verwaltung toter Theorien“ ein paar lustige Gedanken, für Veränderungswillige aber auch für die weitere Verwaltung längst gestorbener Weltbilder, je nach Bedarf.
    Sie kommen aus dem modernen Verwaltungs-Management :

    „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, dann steig ab !“
    Aber Wir sagen: „So haben wir das Pferd doch immer geritten.“
    Wir weisen den Reiter an, sitzen zu bleiben, bis das Pferd wieder aufsteht.
    Wir schließen mit dem Reiter eine Zielvereinbarung über das Reiten toter Pferde…..
    Wir stellen dem Reiter eine Beförderung in Aussicht….
    Wir besorgen eine größere Peitsche.
    Wir verdoppeln die Futterration für das tote Pferd.
    Wir wechselnd den Futterlieferanten.
    Wir lassen den Stall renovieren.
    und vieles, vieles mehr… (siehe: http://www.roland-schäfer.de)

    Vielleicht hören wir ja im neuen Jahr etwas mehr über junge Pferde die neues Leben in die gute alte Physik bringen. Ich bin für das neue Verständnis jedenfalls sehr dankbar.
    Alles Gute zum Fest und zum Jahresanfang.
    B. Dujka

  4. Sehr geehrter Herr Unzicker,

    zu Ihrer Skepsis eine bestätigende Anmerkung. Wenig beachtet, wird ein (!) Meßsignal mit (nach meiner Meinung zu) vielen freien Parametern angefittet. Allein die Tatsache, daß die beiden bisher beobachteten Signale von gleich weit entfernten Quellen stammen sollen, macht stutzig. Mahnt zur Vorsicht, auch wenn das Volumen Radius-proportional schneller wächst als die Oberfläche und daher stetig mehr Volumen auf dem Rand liegt.
    Warten wir lieber auf ein Signal aus einem anderen Abstand, bevor es heißt: Eureka! In Zeiten, wo aus Pentabytes ein Signal destilliert wird, wird Skepsis zur Pflicht. Sonst versumpft die Elementateilchenphysik am Ende noch in einem ‚Hicks‘-Zeitalter.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Aloys Eiling

  5. Mit higgs war wohl nix :
    Eine englischsprachige Bweisführung
    Why is eV / c² not = ( restingmass) m ?

    The refutation of mass energy equivalence with the “ New Ohm’s expanded law“, the end of the ghostly quants and the connection to „quantum gravity“.

    Suggestion: Plancks constant h / e in mass = 4,135667662 * 10 ^ – 15 Vs in vacuum.

    A hydrogenatom is a half wave dipole. a halfwave dipole has power and enery.
    The Output from a halfwave dipole in vacuum with watts in mass / quantity e f² in mass is in vacuum U/f = Vs, the magnetic flux .

    U / f in vacuum = R Quantity e = h / Quantity e in mass,
    mass = atom = ½ Lambda wavelength of a christal lattice.
    e in mass = U / R f in mass. = h f / U in mass, = h / Vs in mass.
    f in mass = U / R Quantity e in mass = Quantity eV / h in mass.
    U in mass = h f / Quantity e in mass.
    R in mass = h /Quantity e² in mass = h f / Quantity e² f in an atom.
    I in mass = Quantity lambda/2 in mass = Quantity e f in mass.
    Quantity (qty) eV in an atom = h / 0,5 lambda in mass = h / qty e f in mass.
    Delta U between 2 masses = Gravitaty. U = h f / Quantity e in 1 atom = Epot.

    1 eV / c = h / 1,239861 * 10 ^-6 Lambda in a hydrogen atom.
    2 eV / 4,835979 * 10 ^14 Hz = h in a hydrogen atom
    The pulse 1 eV / c is not = m c in vacuum

    because
    1 eV / c = h / 1,239861 * 10 ^-6 Lambda in mass

    Quantity eV / c² is not = mass , because
    Quantity e U / c² = h / lamba² * f in mass and
    Quantity e V f / c² = h / lambda² in mass and

    Watts / c² = Quantity h / lambda² in mass of a lambda/2 dipole. Henry = Ohm / Frequency = h f / Quantity e² f² = Energy / l² in a coil. Energy is in mass, Energy is not = mass.

    Consequence:

    Frequence f is property of mass, not of vacuum.
    Planck’s quantum h is property of mass, not of vacuum.
    There is no photon with the energy hf in the vacuum.
    There are no „electromagnetic waves“ in the vacuum.
    The „only interaction particle“ in vacuum = the magnetic
    flux U / f = R * Quantity e in „the particle zoo“ of the mass.

    Higgs-Boson 125,36 GeVf / c² = Watts / c² = h / Lambda² in mass of Earth crust.

    Watts ( U Quantity e f) of a halfwavedipole / Quantity e f² dipole = U / f in vacuum.

    U/f SUN * Quantity e f² Earth crust = U Quantity e f = Watts in Earth crust.

    Magnetic flux U/f Laser pointer * Qty e f² wall = U Qty e f = h f² = Watts in wall.
    Magnetic flux U/f of Laser atoms is exotherm. Gravity f / U = Qty e / h in each Laseratom is endotherm. Qty e = h f / U in an atom. No physicist can refute that.
    Quantum field theory and relativity theories are overstated with the introduction of atomic gravity. E = h f is not = mc². E = hf is the phonon in mass.
    h f²( Energy * f resonant) in crystal mirror / e f² (A * fres in ) crystal mirror = U / f in vacuum.
    Thinking-moments of Website magneticquant.de
    Is there something wrong?
    With best wishes for 2017
    Jürgen Gerwing

    1. Zurück zur Ursprungsfrage :
      „KANN DUNKLE MATERIE MIT GRAVITATIONSWELLEN AUFGESPÜRT WERDEN?“
      Die obenstehende englischsprachige Beweisführung verneint die Fähigkeit von Astronomen, das „Gewicht“ von Galaxen überhaupt über die abgegebene Lichtmenge der Galaxen berechnen zu können.
      Denn Licht im Vakuum ist der magnetische Fluss U / f , nicht aber die „Photonenenergie h f oder eV“.
      „Gravitationswellen“ können nicht exotherm sein, so wie der
      magnetische Sonnenfluss U/f.
      Gravitationswellen sind endothermer Natur. Durch Gravitation wird zum Beispiel Stickstoffoxid als Bestandteil der Luft zusammengehalten. Steht die Sonne am Mittag senkrecht auf der Lufthülle der Erde, dehnt sich das Stickstoffoxidgas. Das führt zum Beispiel zur sogenannten
      Mittagsdämpfung in der “ Kurzwellenübertragung“ bei 3,5 MHz durch Änderung der Gravitation -also des Abstandes zwischen zwischen N-und O-Atom.
      Schon diese einfache Grundüberlegung zeigt, dass die etablierte Physik bei dieser Frage auf dem falschen Dampfer sitzt. Tritt Dunkelheit ein ist die Mittagsdämpfung weg und
      der Funkamateur kann mit seiner Sendeanlage drahtlos wieder alle Kontinente erreichen.

  6. Sehr geehrter Herr Dr. Unzicker,
    mit großem Interesse habe ich Ihre Bücher sowie Ihe Beiträge zu aktuellen und alten Fragestellungen der Physik gelesen.
    Ich finde, das kritische Hinterfragen von Theorien und der Fundamente, auf die die Wissenschaften im Allgemeinen und die Physik im Besonderen aufbauen, ist ein sehr wichtiger Aspekt. Ich bin seit meiner Jugend physikbegeistert und verfolge mit großem Interesse die aktuellen Fragestellungen und Experimente der modernen Physik. Insbesondere die Kosmologie und die Eöementarteichenphysik interessieren mich seit meiner Schülerzeit (70 er und 80er Jahre). In diesem Zusammenhang ist natürlich die Frage nach einem Erklärungsmodell für die sog. Dunkle Materie ein Thema, das ich seit 36 Jahren intensiv verfolge. Vor Kurzem hat sich wieder ein Hoffnungsträger für die Dunkle Materie, das sterile Neutrino, als mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht haltbar herausgestellt (Quelle: das sog. ICE CUBE Experiment in der Antarktis).
    In diesem Kontext finde ich die folgende Veröffentlichung zu einer Alternative zur Dunklen Materie sehr interessant:

    http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/erster-test-alternativer-gravitationstheorie-stellt-dunkle-materie-in-frage20161221/

    In diesem Kontext der folgende Input zum ICE CUBE Experiment:

    http://www.weltderphysik.de/gebiet/teilchen/news/2016/standardmodell-erneut-bestaetigt/

    Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

    PS: Kurz zu meiner Person. Ich bin 51 Jahre alt, wohne in Saarbrücken und Darmstadt und habe an der TU Kaiserslautern Ingenieurwissenschaften mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik studiert. Beruflich arbeite ich in der Informations- und Telekommunikationsbranche.

    Vielen Dank.

    Mfg

    Dipl.-Ing. Ovid Kupfer

    1. Hallo Herr Kupfer,

      vielen Dank für die Hinweise. Dunkle Materie ist schon lange kein überzeugendes Konzept. Ich empfehle das Buch von Robert Sanders.

  7. Bevor man in der Physik über „Gravitationswellen“ spekuliert, sollte man sich erst einmal mit „Ladungswellen“ auseinandersetzen.
    Man sollte „Elementarteilchen“ als „Material“ unserer „Materie“ begreifen und das „Material“ der „Elementarteilchen“ wiederum ist „Ladung“.
    Kurz gesagt besteht jede Materie (Stoff), die uns umgibt, aus „Ladung“.
    Und diese Ladung ist eben keine diskrete Größe (Puktladung), sondern sie ist eine kontinuierliche Größe: „Ladungswelle“.
    Wenn man dies also tut, sich mit „Ladungswellen“ zu befassen, befindet man sich im Bereich des Mikrokosmos. Die Reihenfolge ist also diese:
    Man beschäftigt sich zuerst mit Ladungswellen im Mikrokosmos. Über diese Ladungswellen (Materiewellen, siehe de Broglie) gelangt man zu Gravitationswellen wohlgemerkt im Mikrokosmos.
    Da unsere Welt des „Midi“- und des „Makrokosmos“ lediglich die Summe aus sich bewegenden Elementarteilchen und damit (sich bewegenden) Mikro-Gravitationsfeldern ist, können wir vom Mikrokosmos auf den Makrokosmos schließen und damit gelangen wir letztlich zu Gravitationswellen von unseren Himmelskörpern im Makrokosmos, (wenn aus der Überlagerung von unendlich vielen Mikro-Gravitationswellen tatsächlich Makro-Gravitationswellen resultieren).
    Zumindest ist die Marschrichtung vorgegeben:
    Erst der Mikro-, dann der Makrokosmos.
    Und nicht, wie Einstein es getan hat: Einstein ist direkt mit dem Makrokosmos eingestiegen und hat sehr fragwürdige „Feldgleichungen“ direkt für den Makrokosmos „gebastelt“.
    Frage an den Leser: Was glauben Sie, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man bei dieser Vorgehensweise ins „Schwarze trifft“?

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