Revolution durch Reduktion

Isaac Newton

Wie schwer Sie sich fühlen, hängt vielleicht nicht nur von Ihrer eigenen Körpermasse ab, sondern von der Gesamtmasse des Universums.

Sie erinnern sich vielleicht: Sir Isaac Newton war es, der zum ersten Mal die Anziehungskraft zweier Körper in seinem Gravitationsgesetz beschrieb. Ernst Mach hatte dazu einen interessanten Gedanken: Die Stärke der Gravitationskraft könnte von der Gesamtmasse des Universums abhängen.

Warum dieser Gedanke so spannend ist?

Newton hatte für seine Berechnung der Gravitationskraft einen mathematischen Kunstgriff benötigt, der als Gravitationskonstante bezeichnet wird. Es ist ein fester Zahlenwert, dessen Existenz die Theorie jedoch nicht erklären kann.

Hinge die Gravitation jedoch von der Gesamtmasse des ganzen Universums ab, würde die Gravitationskonstante wegfallen. Statt einer unerklärten Zahl, gäbe es eine Erklärung für den Wert, der hinter dieser Zahl steckt. Diese Reduktion um eine Konstante könnte für die Physik eine Revolution bedeuten.

Und jetzt kommt der Clou: Diese Revolution könnte gelingen, wenn die Lichtgeschwindigkeit veränderlich wäre.

Die von Einstein entwickelte allgemeine Relativitätstheorie kann entweder durch einen gekrümmten Raum oder durch eine variable Lichtgeschwindigkeit beschrieben werden. Beide Möglichkeiten sind rechnerisch äquivalent, kommen also über einen anderen Weg auf die gleichen Ergebnisse.

Alle modernen Tests, die es heute dazu gibt, werden von beiden Möglichkeiten korrekt beschrieben – das wurde inzwischen ausführlich bewiesen.

Allerdings hat Einstein die Möglichkeit der variablen Lichtgeschwindigkeit nicht weiter verfolgt und inzwischen ist sie fast völlig in Vergessenheit geraten. Es ist ein bisschen so, als hätte die Physik einen Schatz noch nicht gehoben, der schon seit über hundert Jahren versunken in ihrem Hafenbecken liegt. Unglaublich? Aber wahr.

Welchen Zusammenhang die Gravitation mit einer variablen Lichtgeschwindigkeit haben könnte, dazu hatte der geniale amerikanische Astrophysiker Robert Dicke 1957 eine Idee. Sie basiert auf einer Formel, die Einstein 1911 entwickelte, als er an seiner Relativitätstheorie arbeitete: Die Summe aller Gravitationspotenziale des Universums könnten genau dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit entsprechen.

Das heutige Standardmodell der Kosmologie hat für diesen Zusammenhang jedoch keine Erklärung. Da diese Möglichkeit so ein faszinierendes, revolutionäres Potenzial hat, lohnt es sich, sie nochmal aus der Gruft der ad acta gelegten Ideen der Physik zu holen und zu prüfen, ob sie nicht doch reanimiert werden kann.

Sie dürfen sich durchaus aufgefordert fühlen. Wer weiß, vielleicht heben Sie ja den versunkenen Schatz?

Mehr zum Thema erfahren Sie in meinem Buch „Einsteins verlorener Schlüssel“, das im November erscheint.

10 Gedanken zu „Revolution durch Reduktion“

  1. Sehr geehrter Herr Dr. Unzicker,
    es ist gut, die variable Lichtgeschwindigkeit im neuen Buch zu behandeln, denn das könnte auch mit der Feinstrukturkonstante ∝ zusammenhängen.
    In einer e-Mail an Ihre Adresse bedanken wir uns vielmals für den Kontakt und übersenden dort eine Arbeit von Franz Türk, die nach unserer Ansicht voll auf Ihrer Linie liegt. Als wissenschaftliche „No Names“ wird uns das keiner abnehmen, aber vielleicht könnte es Material für Ihre künftigen Ausführungen sein, zumal das 1/137tel offenbar in Vergessenheit zu geraten scheint. Wir hoffen, dass Sie den Anhang ansehen, anderenfalls könnten wir Ihnen das auch per Post zuschicken. Darin ist die geometrische Berechnung der Feinstrukturkonstanten α enthalten. In der Formel werden nur die Primahlen 1, 2 (warum auch 2?- : weil ½ oder 0 „entweder oder“ bedeutet) und 3, sowie die Konstante π verwendet (das Ergebnis der Freistrukturkonstanten weicht erst an der 3-ten Stelle nach dem Komma von den gemessenen Werten ab).

    M.f.G.
    Franz Türk Elmar Putz
    Flurstr. 5 Wackingerstr. 16
    94405 Landau a.d.Isar 94469 Deggendorf

    1. Hallo,

      ich gebe Ihnen recht, dass alternativen Vorschlägen zu wenig Beachtung geschenkt wird. Allerdings heißt das nicht, dass ich Ihren konkreten Vorschlag
      schon für den richtigen Weg halten würde – in meinem Buch finden Sie etwas andere GEdanken. Trotzdem: Viel Glück weiterhin mit Ihrer Idee!

      1. Sehr geehrter Herr Dr. Unzicker,
        Einheiten-der Schlüssel zum Verständnis-(Seite 50) der Feinstrukturkonstante
        Gewiss, gewiss
        α=e²/(4πε_° ℏc)= 1/137,03599
        das wusste man schon, seit Arnold Sommerfeld 1916 die herausgefunden hatte. Freilich sind in dieser Formel noch vom irdischen Schwerefeld abhängige Werte enthalten. Wäre dann z.B.
        am Mond, am Mars oder gar in der Sonne und im weiteren Universum die Feinstrukturkon-stante eine andere? Dieses ominöse 137.. ! Schon dämmerte einst dem Nobelpreisträger Wolfgang Pauli, als er in das Züricher Krankenhaus eingeliefert wurde als schlechtes Zeichen, ausgerechnet in das Zimmer 137 verlegt zu werden. Aber nicht genug damit. Einem weiteren Nobelpreisträger namens Paul Dirac fiel es schwer, sich von diesem Wert einen Reim zu machen. Man sagt, er hätte Besucher, die mit ihm über Physik diskutieren wollten gesagt, sie sollten erst wieder kommen, wenn sie ihm diesen Wert erläutern könnten.

        Auch uns geht es schon lange so. Wir versuchten, alle vom irdischen Schwerefeld abhängige Konstanten zu entfernen und sodann α zu bestimmen.Dabei ist der Wert immerhin auf
        137,0398365…
        errechenbar geworden.
        Wir vermuten, dass Sie unsere E-Mail vom 13.12.2015 an ( us10-7230a1afce-0adc3fe7a9@conversation01.mailchimpapp.com -) und die Erläuterungen dazu nicht gelesen haben. Der Übergang von einem raumfüllenden Würfel zu einer Kugel hat uns auf die Idee gebracht, eine, von unserer Ausbildung her nahe liegende(vermessungstechnische),
        geometrische Lösung zu suchen.

        Hier unsere Formel:
        α= 1/(2^3*π^2*{π^2*(3^2*□(1/2*) 3^(1/2) )}²)

        (schönere Schreibweise siehe E-Mail)

        Sie ist mit dem Taschenrechner nachprüfbar.
        Ob uns die beiden Nobelpreisträger diesen Unterschied zu den offiziellen Werten wohl abge-nommen hätten? Dazu bräuchten wir Ihre Hilfe. Sie haben ja in Ihrem „Einsteins verlorener Schlüssel“ ab Seite 50 behandelt. Ist auch die Geometrie über-„All“ gültig?

        MfG
        Franz Türk
        Elmar Putz

        1. Ich stimme mit Ihnen ein dass alpha ein großes ungelöstes Rätsel ist. Ich habe auch nichts gegen unkonventionelle Vorschläge, von denen ich viele bekomme. Mir ist nicht ganz ersichtlich, warum alpha vom Schwerefeld abhängen soll. Die von Ihnen angegebene Formel ist auch nicht so einfach, dass sie in der Genauigkeit der Übereinstimmung mich überzeugen würde. Trotzdem viel Erfolg bei Ihren weiteren Untersuchungen.

          1. Sehr geehrter Herr Dr. Unzicker,
            Bei aller Kritik, die Sie in ihren Büchern anbringen, haben wir uns schon ein wenig gewundert, wie Sie unsere Formel als ungenau bezeichnen können, wo es sich doch um exakte raumfüllende Geometrie handelt und das Ergebnis doch dem gemessenen Wert sehr nahe kommt. Wie schon gesagt, der Wert könnte auch mit der variablen c zu tun haben, und zwar der verminderte Wert innerhalb Atomstruktur. Oder hat er was mit der „Unschärfe“ zu tun?
            Hier nochmal die Formel α= 1/(2^3*π^2*[π^2-3^2+(1/2*3^(1/2) )] )= 1/137,0398365

            Weil bei unserer letzten Antwort ein Umwandlungsfehler in WordPress passiert ist.

            Die Werte von ε_° und ℏ sind vom irdischen Schwerefeld abgeleitet und müssten auf jeden anderen Himmelskörper neu bestimmt werden. Sie basieren auf dem Öltröpfchenversuch, der unseres Wissens seit 100 Jahren nicht wiederholt worden ist.
            Nach unserer Formel wird kein Gewicht benötigt, somit wäre eine mögliche Ungenauigkeit in dieser Hinsicht nicht relevant.
            Australische Wissenschaftler haben, α in der Hintergrundstrahlung gemessen und waren erstaunt, dass α gleich groß war. Natürlich wäre dabei interessant, wie genau diese den Wert von α bestimmen konnten, denn ein Öltöpfchenversuch war wohl da nicht möglich. Haben Sie vielleicht genaue Informationen?
            MfG
            Franz Türk
            Elmar Putz

          2. Sehr geehrter Herr Türk,

            absolut gesehen haben Sie zwar Recht, dass ihr Wert nahekommt, aber relativ gesehen ist dien Feinstrukturkonstante so genau gemessen, dass eine Abweichung in der 5. Stelle doch erhablich ist, insbesondere wenn Sie einen entsprechend komplexen Term vorschlagen. Ich bin daher von der Richtigkeit Ihres Ansatzes noch nicht überzeugt, ebenso wie von anderen Formeln, die gelegentlich zur Erklärung herangezogen wurden. Persönlich halte ich eine logarithmische Beziehung zu den Diracschen Zahlen für möglich (vgl. „Auf dem Holzweg durchs Unoversum“). Generell begrüße ich aber Ansätze wie Ihre, da die derzeitige Physik viele zu wenig über solch grundlegende Probleme nachdenkt.

  2. Ich habe einmal eine Anfrage beim BMBF gestellt: Konstanz der Lichtgeschwindigkeit in allen Raumrichtungen insbesondere der Lotrechten.
    Dazu habe eine sehr brüske Antwort einer Mitarbeiterin des BMBF bekommen.
    Die Frage ist wohl sehr spannend.
    Ich werde mich bei anderen, in einer zweiten Mail vom BMBF vorgeschlagenen Institutionen um Antwort bemühen.
    Mit freundlichem Gruß
    Uwe Kraft

    1. Revolution durch Reduktion
      Falsch ist :
      Werden leichte Atome zu einer Einheit verscholzen wird Energie
      frei. ( Wasserstoff wird zu Helium) Beim Verschmelzen von schweren Atomen wird Emergie frei, wenn Stücke aus ihnen entfernt werden. (Radioaktivität). E = mc².

      Richtig ist :
      Werden leichte Atome verschmolzen, entsteht Leistung durch
      Energieverbrauch * Resonanzfrequenz = U Anzahl e f.
      Dabei wird der magnetische Fluss U/f frei.
      Beim Verschmelzen von schweren Atomen entsteht mit
      U Anzahl e f / Anzahl ef ² der radioaktive Fluss U/f.
      E ist nicht mc².

  3. Die Ehre gehört jenen die Geschwiegen haben zu Machs Vermutung und nicht unsichtbare Kräfte hinzugezogen haben. Planck hat am Schluß seines Lebens nochmals deutlich gemacht, dass er keine stichfesten Beweise für eine tatsächliche Quantisiert vorliegende Natur gefunden hat!

    1. Mach war ja gerade auf der Suche nach Erklärungen, berechtigterweise. Die Debatte mit Planck war unglücklich und m.E. unnötig.

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