CERN: Familienbesuch zu Weihnachten

Wieder einmal ist es soweit: Nach Abschluss der Messungen vor Jahresende wird verkündet, man habe etwas ganz Spannendes, möglicherwiese Sensationelles gefunden. Den „Cousin des Higgsteilchens“ , einen möglicherweise „supersymmetrischen“ Partner des Higgs-Bosons. Und wieder einmal handelt es sich um irgendein unerklärtes Signal, dem man nun endlich die theoretische Wunschvorstellung anzudichten hofft – so wie dies ja 2013 mit dem Higgs gelungen war. Wie lange wird sich die Öffentlichkeit von dieser Schaumschlägerei noch einlullen lassen? Sie dürfen gespannt sein, was in den nächsten Jahren noch an Zufallssignalen gefunden wird, die zu Erweiterungen des „Standardmodells“ führen – Cousins, Onkels, Großtanten, Schwägerinnen des Higgsteilchens? Ich kann nur sagen: Muss zu Weihnachten nicht sein :-)

7 Gedanken zu „CERN: Familienbesuch zu Weihnachten“

  1. Supersymmetrie (verniedlichend und „cute“ SUSY genannt) bedeutet bei schlichter Betrachtung u.a. die Aufhebung der theorieinduzierten Trennung von Fermionen und Bosonen. Des Weiteren fordert SUSY eine Substrukturierung der postuliert „Strukturlosen“, derzeit als Leptonen bekannt. Standardmodelltheoretiker und deren Anhänger scheinen, berauscht von ihren Fantasien, nicht zu verstehen, daß das „SUSY-Konzept der Vereinigung“ das (noch) bestehende Standardmodell der Teilchenphysik (SM) nicht, wie gewünscht, konstruktiv erweitert sondern demontiert. Die Kritik bezüglich der assoziierten Anzahl-Aufblähung freier Parameter schenke ich mir.

    Ein Experiment braucht zu seiner Konzeption eine konkrete Fragestellung. Ist die Fragestellung das Ergebnis eines mathematischen Formalismus der auf abstrakte Symmetriebeziehungen baut, so ist das Versuchsergebnis entsprechend theoriebeladen.
    Schon Ernst Mach bemerkte: „Wer Mathematik treibt, den kann zuweilen das unbehagliche Gefühl überkommen, als ob seine Wissenschaft, ja sein Schreibstift, ihn selbst an Klugheit überträfe, ein Eindruck, dessen selbst der große Euler nach seinem Geständnisse sich nicht immer erwehren konnte.“ Ernst Mach (1838-1916), Vortrag, Sitzung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu Wien am 25. Mai 1882
    Wenn dann noch die messbaren Ergebnisse vorselektiert und nur indirekt mit den postulierten Theorieobjekten „verbunden“ sind, ist der Interpretations-Beliebigkeit nichts mehr entgegenzusetzen. Die so theorieinduzierte, „erfundene“ Wissenschaft ist dann nichts weiter als ein dogmatischer Einigungsprozess ohne realphysikalisch basierenden Hintergrund.

    Analytisches Denken, Methodik und Urteilsvermögen sprengen stets den Rahmen eindimensionaler Anschauung. Umso erstaunlicher ist der Glaubenskanon zeitgenössischer Theoretischer Physiker bezüglich der Schöpfungsmacht mathematischer Formalismen die letztendlich zu realphysikalischen Objekten führen sollen. Zur Erinnerung: Quarks sind keine Teilchen, weder im phänomenologischen noch im quantentheoretischen Sinne, da sie nicht als isolierbare Partikel bzw. Zustände auftreten. Ohne ins Detail zu gehen ist – zumindest für den übergeordnet formal logisch denkenden Beobachter – sofort klar, daß aus nicht direkt messbaren Objekten – die allesamt zeitinstabil sind – keine Materiebildung folgt. Denn der Umweg über postulierte Teilchen (Quarks, Gluonen, Vektorbosonen, Neutrinos) und deren postulierte Eigenschaften, postulierte asymmetrische Substrukturierung und postulierte Wechselwirkungen könnte auf Grund der Vielzahl freier Parameter (derzeit 25) und variabler Kopplungskonstanten im Rahmen des Standardmodells der Teilchenphysik auch durch andere Lösungsansätze virtueller Teilchen ersetzt werden. Übergeordnet scheint die Basisinformation verloren gegangen zu sein, dass selbst ein realobjektfreundliches, plausibles (alternatives) Denkmodell nicht einer objektiven Realität entspricht, sondern stets ein subjektives Abbild „verkörpert“.

    Fortwährende „SM-KnockOut-Beispiele“: Aus formal-logischer Sicht sind die betragsmäßige Ladungsgleichheit und „Spingleichheit“ der Leptonen und postuliert quarks-basierenden Baryonen ein fundamentales Indiz für die Widerlegung des Standardmodells. Die erkenntnistheoretisch aussichtslose Situation wird noch erkenntnisfreier, wenn man sich „anschaut“, wie im Rahmen der Quantenelektrodynamik (QED) im Vergleich zur Quantenchromodynamik (QCD) die betragsmäßig gleiche elektrische Ladung des Elektrons und Protons „verstanden“ werden. Postulat der QED: Das Elektron ist von einer „Wolke“ aus virtuellen Photonen und virtuellen Elektron-Positron-Paaren umgeben. Was man als Elektronenladung gemäß QED mißt, ist die abgeschirmte Ladung. Die postuliert substrukturierte, asymmetrisch verteilte elektrische Ladung des Protons hingegen, basierend auf „elementarladungs-fragmentierten“ Quarks und „irgendwie wechselwirkenden“ Gluonen hebt somit die Gestaltungs-Willkür auf eine weitere Beliebigkeitsstufe, die jeden realphysikalisch motivierten Zugang unmöglich macht.
    Ein weiteres, sehr eindringliches Beispiel für „Glauben gegen Wissen“ ist das Festhalten an quarks-basierenden Strukturen trotz wiederholt „negativer“ Versuchsergebnisse.

    Der nicht vorhandene Spin der Quarks und Gluonen: Die erste Annahme war, daß im Bild des SM der postulierte Protonenspin sich zu 100% aus den Spinanteilen der Quarks zusammensetzt. Dies wurde viele Jahre nach der ersten Annahme bei den EMC-Experimenten (1988) nicht bestätigt. Entgegen aller Annahmen wurden damals sehr viel kleinere, sogar mit Null verträgliche Anteile gemessen ( ∆∑ = 0.12 ± 0.17 European Muon Collaboration). Aber auch die zweite Annahme, daß die ins Leben gerufenen Gluonen zum Protonenspin beitragen, ergab nicht das gewünschte Ergebnis. In der dritten, derzeit aktuellen Theorie-Fassung sollen nun Quarks, Gluonen und deren dynamisch-relativistische Bahndrehimpulse im Ergebnis fein säuberlich den Protonenspin ausmachen. „Diese Leute“ sind so überzeugt von ihren Taten, daß sie das Wesentliche offensichtlich aus den Augen verloren haben. Wieso sollte die Natur eine komplexe mehrobjekt-asymmetrisch, ladungsfragmentierte, dynamische Substruktur schaffen, die nur im statistischen Mittel das „Gleiche“ liefert, wie das postuliert punktverarmte, „leptonische“ Elektron, daß ohne „Mühe“ und Struktur, sowohl einen „diskreten“ halbzahligen Spinwert als auch eine betragsmäßig gleiche Ladung liefert?
    Soweit.

    Ich wünsche Herrn Unzicker und allgemein allen rational argumentierenden Standardmodellkritikern Ausdauer und Witz, denn nur an Rationalität „gekoppelte“ Ironie und Satire schaffen hier eine ertragbare Diskussionsnähe.

    Sonnige Grüsse,
    Dirk Freyling

    1. Lieber Herr Freyling,

      vielen Dank für Ihre Kommentare, Sie haben völlig Recht. Man kann gar nicht alles aufzählen, was an dem Modell lächerlich ist. Ich empfehle Ihnen auch das Buch von Ofer Comay – The Phony Side of Particle Physics.

      Viele Grüße AU

  2. Lieber Herr Unzicker,
    die gegenwärtigen Physiker sollten sich auf das genial Einfache besinnen. Nach meinem Dafürhalten ist das ganze physikalische Universum mit nur fünf Naturkonstanten zu beschreiben: mit der Lichtgeschwindigkeit c, mit der elementaren elektrischen Ladung e, mit den Elementarmassen des Elektrons und Protons me und mP und mit der universellen Gravitationskonstante G. Statt G kann man auch die spezifische Gravitationsladung g = (4∙π∙G)1/2 der vier stabilen Elementarteilchen e, p, P und E nehmen.
    Die Planck Konstante h ist keine Naturkonstante. Neben h existieren noch andere s.g. Lagrange Multiplikatoren, wie z.B. h0 = h/387. Auch das Boltzmann konstante k ist keine Naturkonstante. k dient lediglich dazu das statistische Gleichgewicht der Materie in einer ganz bestimmten Situation zu beschreiben, mehr nicht.
    Meine Theorie finden Sie auf http://www.atomsz.com, sie ist eine atomistische Physik.
    Schöne Grüße weiter hin,
    Gyula I. Szász

  3. Lieber Herr Unzicker,
    am Auffälligsten tritt hervor, dass die Physik auf dem Holzweg ist, bei der Besprechung von Teilchenreaktionen. Bei Teilchenreaktionen sind die elektrischen Elementarladungen, qi = {±e}, und die elementaren Gravitationsladungen, gi = {±g∙mi}, der stabile Elementarteilchen, i= Elektron (e), Positron (p), Proton (P), Elton (E), Erhaltungsgrößen. Elton ist ein anderer Name für das „Antiproton“. Damit verknüpft sind die Teilchenzahlen Ni der Elementarteilchen und die schwere Masse mg Erhaltungsgrößen. Die Energie bleibt nicht erhalten, die Wechselwirkungen sind nicht-konservativ.
    Solche Reaktion, wie
    e + p → 2 γ (oder 3 γ), P +E → 2 γ,
    P + e → N + ν, (ν =(e,p)),
    P → N + p + ν, ( N =(P,e,p,e)) und P → N0 + p, (N0 =(P,e)),
    π0 → γ
    können in der Natur gar nicht auftreten. Die von den Teilchenphysikern erklärten Teilchen
    https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_particles
    https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_baryons
    https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_mesons
    kommen gar nicht vor! Auch Quarks sind in der Natur unbekannt. Die Liste der Elementarteilchen der Teilchenphysik
    https://en.wikipedia.org/wiki/Elementary_particle
    ist schlicht falsch. Weiterhin, sind Photonen nicht Bestandsteile des Universums. Bei der Emission von Licht tritt nur elektromagnetische Strahlung auf, und keine korpuskulare Photonen.
    Die Natur bedient sich atomistischer Prozesse, nicht energetische Prozesse.
    Gruß,
    Gyula I. Szász

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