TOPFSCHLAGEN MIT TEILCHENBESCHLEUNIGERN

Wussten Sie, dass Teilchenphysiker auch gerne Topfschlagen spielen? Allerdings mit leicht abgewandelten Regeln. Normalerweise würde ein Physiker so spielen, wie Sie es kennen: Er würde eine Versuchsapparatur bauen, die er sozusagen als Löffel benutzt. Wenn er den Topf – sein Untersuchungsobjekt – gefunden hat, nimmt er sich die Augenbinde ab und betrachtet – oder besser gesagt: erforscht – es genauer.

Bei der „Jagd“ nach Elementarteilchen haben die beteiligten Physiker
eine neue Spielweise erfunden. Wenn sie mit dem Löffel einen Topf Physiker mit Augenbindegetroffen haben, nehmen sie diesen Topf aus dem Spiel, verbinden sich ihre Agen noch fester und begeben sich erneut auf die Suche nach etwas kleineren Töpfen.

Filterexperten am Werk

Klingt komisch, finden Sie? Ist es auch! Aber es ist Forschungsalltag an den Teilchenbeschleunigern. Dort werden Teilchen mit viel Energie aufgeladen und so beschleunigt. Wenn sie dann aufeinanderprallen, zerspringen sie in kleinere Teilchen. Alle diese kleineren Teilchen tragen wieder eine gewisse Energie, die in der Summe dem Ausgangswert entsprechen sollte. Wenn dabei jedoch Energie auf unerklärliche Weise verloren geht, vermuten die Forscher, dass sie in die Bildung eines neuen Teilchens gegangen sein muss.

An diesem Energieanteil oder neuen Teilchen verlieren sie dann das Interesse und filtern sein Signal mit Computerunterstützung heraus. Dann wird weiter beschleunigt – und zwar mit noch mehr Energie. Wenn wieder Energie auf rätselhafte Weise verloren geht, wird das nächste Teilchen als gefunden angenommen.

Heureka – vielleicht …

Anders als normalerweise in den Naturwissenschaften ist der Forschungsgegenstand hier also nicht das, was die Forscher finden, sondern das, was ihnen auf unerklärliche Weise verloren geht. Stück für Stück filtern sie heraus, was sie nicht erklären können, um einen noch geringeren Energieanteil zu finden, den sie auch nicht erklären können. Es ist, als würden sie die Augenbinde beim Topfschlagen immer fester und dichter umbinden.

Interessant ist bei diesem Spiel offensichtlich auch gar nicht die Erforschung dieser vermeintlichen Teilchen, sondern allein das Auffinden. Der vorgebliche Erkenntnisgewinn liest sich dann in etwa so: „Wir haben etwas gefunden, was ein neues Teilchen sein könnte. Wir haben uns die Daten nochmal ganz genau angeschaut und sind nun fast ganz sicher, dass es das gesuchte Teilchen sein muss.“ Vielleicht stimmen Sie mir zu, wenn ich große Zweifel daran habe, dass es sich hierbei um wirklich belastbare, glaubwürdige Ergebnisse handelt.

Der Trick mit der Augenbinde

Ab und zu reicht der gebaute Teilchenbeschleuniger dann einfach nicht mehr aus, um die Teilchen noch mehr zu beschleunigen, und ein größerer muss gebaut werden. Da die Deklarierung der im letzten Beschleuniger verloren gegangenen Energie als Elementarteilchen jeweils unkritisch mit einem Nobelpreis bedacht wird, werden die für den Bau benötigten Milliarden auch gerne bereitgestellt.

Statt mit einem Holzlöffel auf Topfsuche zu gehen, wird nun sozusagen ein goldener Löffel verwendet. Das Topfschlagen geht weiter. Ob hier etwas erarbeitet wird, das irgendwann einen allgemeinen Nutzen hat, bleibt im Dunkeln – als hätten die Teilchenphysiker nicht nur sich die Augen verbunden, sondern auch der Gesellschaft.

10 Gedanken zu „TOPFSCHLAGEN MIT TEILCHENBESCHLEUNIGERN“

  1. Laut aktuellen Medienberichten sind die Physiker am CERN schon wieder einem „neuen Teilchen“ auf der Spur, so meldet z.B. die NZZ:
    “ Teilchenanomalie am Cern
    Sensation in der Schwebe
    Vor drei Monaten haben Physiker am Cern eine rätselhafte Signatur beobachtet, die die Teilchenphysik umkrempeln könnte. Jetzt haben sie ihre Daten noch einmal auf Herz und Nieren geprüft. “
    und der Deutschlandfunk weiß zu berichten:
    “ Messbuckel sorgt am CERN für Aufregung „

    1. Der ganz normale Blödsinn nach bekanntem Muster, wie ich es in „The Higgs Fake“ beschrieben habe… leider sind die Zeiten, in denen die NZZ noch oiwssenschaftskritisch war, schon vorbei :-(

  2. Nun,
    ich sehe die Physikwissenschaft ein wenig bedenklich, wenn es immer neue Dunkle Theorien gibt und es nicht einmal für die auf der Erde beobachtbaren Phänomene ein Konsistentes Bild existiert.
    Mit freundlichem Gruß
    Uwe Kraft

  3. WeltderPhysik vertieft das Thema heute mit einem Interview:
    http://www.weltderphysik.de/gebiet/teilchen/interview-peter-maettig/
    Man erfährt dass schon über 300 „wissenschaftliche“ paper über den Messbuckel bei 750 Gigaelektronenvolt erschienen sind.
    Ist es Wahnsinn auch, so hat es doch Methode.
    Bezeichnend der letzte Satz: „Aber spätestens Ende 2016 werden wir sagen können, ob die neue Physik bei 750 Gigaelektronenvolt auftritt oder wir doch wieder woanders suchen müssen.“
    Vielleicht sollte man mal wieder ganz woanders suchen, also überhaupt nicht am CERN. Es macht keinen Sinn, in einer Sackgasse immer weiter zu gehen, nur weil man das Ende noch nicht erreicht hat.
    Ich bin auch der Auffassung, dass, will man in den Grundlagen der Physik wirklich nochmal weiter kommen, an den Punkt etwa Mitte des 20. Jahrhunderts zurückgehen muss, an dem die Physik begonnen hat, sich in dieser Sackgasse der großen Maschinen und wilden Spekulationen zu verlaufen.
    Was not tut ist meines Erachtens eine gründliche philosophische Reflexion der Begriffe, z.B. dem des Elementarteilchens, der offenkundig dem Bestreben geschuldet ist, die flüchtige Wirklichkeit dingfest zu machen.

    1. „Ist es Wahnsinn auch, so hat es doch Methode“ – das hab ich auch im „Higgs Fake“ geschrieben…. leider sehr wahr.

  4. Was wird denn da gesucht ? Nach einer Zusammenpassenden Theorie für Mikro und Makrophysik ? Da wird wohl ein anderer Ansatz gebraucht.

  5. Ich denke für das Verhältnis 1/r² gibt es eine ganz einfaches Bild. Wenn man auf der Erdoberfläche steht, zieht einen die ganze Erdmasse an. Wenn man in die Mitte gelangen könnte müsste man Schwerelos sein. Das bedeutet doch, auf der Oberfläche ziehen zwei r hintereinander an mir. Nach Überwindung des ersten Anteils bin ich Schwerelos. Zwischen Erdmitte und Oberfläche dreht sich das Verhältnis nach einem r innerhalb einem r um [und zurück – editiert]. Wie in meinen Kreisen von Radius 0 zum Erdradius. Von einer Extremität zur anderen. Dabei macht der Schwerpunktverlauf eine Doppeldrehung.
    Mit freundlichem Gruß

  6. So ist es doch auch bei den Planetenbewegungen. Innerhalb einer Umrundung dreht sich das Verhältnis von Masse und Energie einmal um.

  7. Ich muss mich da korrigieren: Das Verhältnis dreht sich einmal um und zurück. Ich denke da liegt eine Doppelte Überdeckung vor.

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